English translation of Der Spiegel story on GATA lawsuit

Section:

By Bill Murphy, Chairman
Gold Anti-Trust Action Committee Inc.
January 6, 2001

I just received the following email from Reinhard
Deutsch in Germany.

* * *

Hallo Bill,

The big German Magazine Der Spiegel just published an
article about Reg Howe's legal action and GATA (with a
link to GATA). It is on their web site now but it will
be in the magazine on Monday. Here is the URL:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/maerkte/0,1518,111068,00.html

The magazine sells over one million copies with an 8
million readership on the Internet. So it's quite a
success. It will sure start a discussion here. The
article says BIS, Deutsche Bank, and the Fed declined
to comment.

Best Regards,
Reinhard

* * *

Here is the article. We're working on an English
translation. Many of the German characters here do not
convert propertly to English characters. But you'll get
an idea about the heft of the article.

* * *

6 January 2001

Konspiration im Herrenclub?

Gegen US-Notenbankchef Greenspan luft eine Klage wegen
Manipulation des Goldpreises. Auch die Deutsche Bank
soll in die zwielichtigen Geschfte verwickelt sein.

Was haben US-Notenbankchef Alan Greenspan, die Bank fr
Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), fhrende
globale Geldhuser wie Deutsche Bank und J. P. Morgan
sowie der scheidende US-Finanzminister Larry Summers
gemeinsam?

"Diese Herren und diese Banken sind fr einen der
grossten Skandale der Wirtschaftsgeschichte
verantwortlich" - das behauptet zumindest der US-Anwalt
und Goldanalyst Reginald Howe. Der Berater des Gold
Anti-Trust Action Committee (Gata), einer Organisation,
die sich dem Kampf gegen die vermeintliche
Goldmarktmanipulation verschrieben hat, reichte deshalb
im Dezember Klage beim United States District
Court/District of Massachusetts in Boston ein.

Howe beruft sich auf den Sherman Act der USA. Das
Gesetz verbietet ausdrucklich das "Fixing" von Preisen
im grenzuberschreitenden Handel. "In betrugerischer
Weise hat das Kartell den Preis fr das Edelmetall ber
Jahre auf ein knstlich niedriges Niveau gepresst",
behauptet der Klger. Das Okay fr die Machenschaften
sei aus dem Weissen Haus gekommen.

Als Instrument der "Konspiration" macht Howe die BIZ in
Basel aus. Dort pflegen die Chefs der wichtigsten
Notenbanken enge Bande im Stile eines Herrenclubs. Howe
ist einer der wenigen freien Aktionre der BIZ - die
berwiegende Mehrheit halten die Zentralbanken - und
als Unruhestifter schon bekannt.

Offiziell verweigert das Basler Institut - ebenso wie
die Deutsche Bank - jeden substanziellen Kommentar, die
US-Notenbank liess eine Anfrage zu der Klage
unbeantwortet.

Die Vorwurfe sind happig: "Minengesellschaften, ihre
Arbeiter und Eigentmer werden durch den niedrigen
Goldpreis in den Ruin getrieben", sagt Howe. "In den
Entwicklungslndern bleiben die Schwachen auf der
Strecke." Und, so paradox es zunchst klingt: Die Wall-
Street-Banken strichen durch den angeblich
manipulierten Preis Milliarden ein.

Tatschlich hat das Edelmetall viel von seinem Glanz
verloren. Bis zum Ersten Weltkrieg waren die Whrungen
der mchtigsten Staaten an das Gold gebunden, nach dem
Zweiten Weltkrieg bis Anfang der siebziger Jahre
beruhte das internationale Whrungssystem auf der
Leitwhrung US-Dollar, die in Gold konvertierbar war.

Zwar herrschen im Handel noch immer der Mythos des
glitzernden Metalls und ebenso viel Emotion. Nach
seinem Hhenflug Ende der siebziger Jahre aber ist der
Preis abgesackt. Seit Monaten gar klebt der Kurs im
Bereich zwischen 260 und 300 Dollar je Unze.

Das trifft vor allem Produzenten wie Sdafrika. Zum
ersten Mal in ihrer Geschichte exportierte die Kap-
Republik im vergangenen Jahr mehr Platin und Palladium
als Gold. Vor 20 Jahren noch fhrte der schimmernde
Stoff unangefochten die Ausfuhrliste an.

Damals erzielten die Hndler zeitweise ber 800 Dollar
pro Unze. Heute, so rechnet der Gata-Vorsitzende Bill
Murphy, msste der Goldpreis bei freiem Markt "ber 600
Dollar pro Unze" liegen. Msste. Denn die Finanzelite
vertraut laut Klger Howe und der Gata einer einfachen
Gleichung: Nur ein tiefer Goldpreis ist ein guter
Goldpreis.

Ein anziehender Kurs gilt gemeinhin als letzte Warnung
vor einer Geldentwertung in den USA. Und ein Hhenflug
signalisiert einen schwchelnden US-Dollar an den
internationalen Finanzmrkten. Beides ist eine
Horrorvision fr Greenspan.

Drngt der Kurs zu sehr nach oben, so behaupten die
Kritiker, wird Gold in New York und London, den
wichtigsten Handelspltzen, auf den Markt geworfen.
"Die Zentralbanken sind bereit, Gold in groen Mengen
zu verleihen, falls der Preis steigt", besttigte
Greenspan im Juli 1998 vor dem Bankenkomitee des US-
Reprsentantenhauses. Fr Howe ein klarer Fall: "Das
Statement kommt der Erklrung gleich, dass der
Goldpreis kontrolliert wird."

Mit der Ausleihe von Gold machten die grosen Geldhuser
glnzende Gewinne. Allein die Deutsche Bank wies Ende
1999 Geschfte mit einem geschtzten Gegenwert von 5000
Tonnen Gold aus - 1500 Tonnen mehr als die offiziellen
Reserven Deutschlands. Morgan, Chase und die Citibank
meldeten Ende Juni 2000 Zahlen, die einem Goldberg von
8461 Tonnen entsprchen.

Die Geschfte folgen einem simplen Schema: Institute
borgen Gold von den Zentralbanken zu einem uerst
niedrigen Zins. Der Vorteil fr die staatlichen
Stellen: Aus den weitgehend nutzlosen Goldbergen wird
zumindest ein kleiner Gewinn gezogen.

Die Banken verkaufen die geliehenen Barren. Mit den
Erlsen erwerben sie Wertpapiere, deren Renditen den
Leihzins weit bertreffen. Ein ebenso lukratives wie
riskantes Geschft - und alles auf Pump.

Bricht der Preis zu sehr nach oben aus, mssten
Deutsche Bank, Goldman, Chase und Co. bluten: Dann
wrde der Leihzins mit in die Hhe schieen. Und,
schlimmer noch, die Rckkufe am Markt wren nahezu
unbezahlbar. Denn die Zentralbanken verlangen
irgendwann das von ihnen geborgte Gold wieder.

Schon jetzt ist der "Gold carry trade" aus dem Ruder
gelaufen. Experten schtzen, dass die Geschftsbanken
den Zentralbanken bis zu 7000 Tonnen schulden. "Zu
viel, um jemals zurckbezahlt zu werden", warnen die
Experten von Salomon Smith Barney, einer Bank der
Citigroup.

Deshalb, folgert Howe, "haben Goldman, Chase und die
Deutsche Bank in den vergangenen zwei Jahren regelmig
jede sich abzeichnende Goldrallye an der New Yorker
Warenbrse Comex durch Massenverkufe abgewrgt".

Doch Howes Theorie ist umstritten. "Auch einige meiner
Kunden glauben an eine Konspiration", sagt Analyst
Martin Murenbeeld, Herausgeber des "Gold-Monitor-
Newsletter". "Nach den mir vorliegenden Daten bin ich
allerdings nicht von der Theorie berzeugt." Gold
Fields Mineral Services, ein Londoner
Beratungsunternehmen, wirft Howe statistische
Fehlinterpretationen vor. Die Verschwrungstheorie sei
abwegig.

Die Experten werten den abgesackten Goldpreis vielmehr
als Folge des starken Dollars und niedriger
Inflationsraten. Zudem nutzten viele Zentralbanken
jeden noch so kleinen Kursanstieg, um das tote Kapital
loszuwerden. Immerhin lagern in den Tresoren der
staatlichen Institute und internationalen
Organisationen rund 33 000 Tonnen Gold.

Wann es zum Schlagabtausch kommt, muss jetzt der
zustndige Richter in Boston entscheiden. Howe hofft,
dann "die Machenschaften des Goldkartells vor Publikum
aufzudecken". Greenspan und die Vertreter der
Hochfinanz mssten dann unter Eid aussagen.

-- JAN DIRK HERBERMANN